Öffentlicher Vortrag: «Der Luchs in der Schweiz»

Roland Bürki von der Stiftung KORA. Foto: Gerold Senn.

Der Einladung des Natur- und Vogelschutzvereins Trimbach NVVT zum Luchsvortrag am Mittwoch, 16. September 2026 sind 28 Personen gefolgt. Roland Bürki von der Stiftung KORA führte die Anwesenden in die Geschichte, Lebensweise und die Herausforderungen der «grössten Katze» Europas ein.

Der Luchs wurde im 19. Jahrhundert in der Schweiz ausgerottet und in den 1970er-Jahren aus den Karpaten wieder in der Schweiz angesiedelt. Ein Bundesratsbeschluss aus dem Jahr 1967 sah vor, ein bis zwei Paare in den Alpen anzusiedeln. Auf private Initiative wurden dann weitere Paare ausgesetzt und so stammen die heutigen eurasischen Luchse lediglich von 10-20 Gründertieren ab. 

Es ist sicher Zufall und Glück, dass sich Luchse mit so wenig Paaren seit ihrer Wiederansiedelung zu einer solchen Population entwickeln konnten. In der Schweiz werden sie in zwei Populationen, Jura und Alpen, unterteilt. Mittels Monitorings (Fotofallen) werden die Lebensräume und Populationen der Luchse erfasst. Für spezielle Forschungszwecke werden einzelne Tiere auch mit Halsbändern und Chip versehen. Aktuell gibt es ca. 350 Luchse in der Schweiz, davon ca. 90 im Jura. In unserer Region wurden im Jahr 2026 dreizehn Luchse festgestellt. Also besteht durchaus die Möglichkeit auch in unserem Naherholungsgebiet mit viel Glück einem Luchs zu begegnen.

Bevorzugte Beutetiere sind Rehe, Gämsen, Feldhasen, Füchse und Murmeltiere. Die Kopfrumpflänge beträgt bei Männchen 80–110 cm, die Schulterhöhe 50–60 cm. Männchen sind grösser als Weibchen. Ausgewachsene Männchen wiegen 20–26 kg, Weibchen 17–20 kg. Die Paarungszeit ist im Februar/März und im Mai/Juni. Das Weibchen bringt in der Regel zwei Junge zur Welt. Nach ca. 10 Monaten müssen die Jungtiere ein eigenes Revier suchen. Die Reviergrösse beträgt bei Männchen ca. 150 km² und bei Weibchen ca. 100 km². Die Lebenserwartung kann in freier Wildbahn bis zu 20 Jahre betragen.

Früher war es eher Zufall, dass sich Populationen entwickelten, heute braucht es ein Management und wissenschaftliche Ansätze zur Erhaltung der Luchse. Kleine und isolierte Populationen sind stark gefährdet, verlieren die genetische Vielfalt, es kommt zu Inzucht, Krankheiten und einer geringeren Fortpflanzung. Um das längerfristige Überleben des Luchses in der Schweiz zu sichern, braucht es verschiedene Massnahmen. Umsiedlungen von Luchsen vom Ausland in die Schweiz, Vernetzungen und Verbindungen zwischen den Populationen innerhalb der Schweiz, um dadurch den Bestand wieder aufzustocken.

Die Anwesenden bedankten sich mit grossem Applaus. Die gestellten Fragen und anschliessenden Diskussionen zeugten vom grossen Interesse an diesem Thema.

Einen herzlichen Dank an den Referenten von der Stiftung KORA, Roland Bürki für den interessanten und engagierten Vortrag.   

Gerold Senn

Der Referent Roland Bürki und die Anwesenden. Foto: Gerold Senn.

Gelungene Premiere: Wildkräuterexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Trimbach (NVVT)

Am 14. Juni 2026 trafen sich 14 Personen um 9 Uhr bei der ehemaligen Bäckerei Blum in Olten zur ersten Wildkräuterexkursion unseres Vereins. Besonders erfreulich war, dass auch einige neue Gesichter dabei waren. Nach einigen Begrüssungsworten unseres Vereinspräsidenten konnte die Exkursion beginnen. Geleitet wurde sie von unserer Vereinskollegin Heidi Leutwyler, die ihr umfangreiches Wissen über Wildkräuter mit uns teilte.

Zu Beginn erklärte Heidi, wie wichtig es ist, Pflanzen eindeutig bestimmen zu können, bevor man sie sammelt. Viele essbare Wildpflanzen haben giftige Doppelgänger, weshalb beim Pflücken besondere Vorsicht geboten ist. Ebenso wichtig ist die Wahl des richtigen Sammelortes: Pflanzen sollten nicht direkt am Wegrand gesammelt werden, wo Tiere urinieren können. Ideal ist es zudem, Kräuter nach einem Regenschauer zu ernten.

Weiter erfuhren wir, dass bereits kleine Mengen von Wildkräutern ausreichen. Unser Körper ist heute die vielen Bitter- und Inhaltsstoffe der Wildpflanzen nicht mehr gewohnt, da Obst und Gemüse über Generationen hinweg auf einen milderen Geschmack gezüchtet wurden.

Eine der Lieblingspflanzen von Heidi ist die Brennnessel. Sie eignet sich hervorragend für Omeletten oder Pesto und enthält zahlreiche wertvolle Nährstoffe. Ein besonderes Highlight der Exkursion war die Erkenntnis, dass die jungen, zarten Blätter vieler Bäume essbar sind. So können beispielsweise die Blätter von Feldahorn, Esche, Nussbaum oder Winterlinde in Salaten, als Pesto oder sogar als Tee verwendet werden. Die jungen Nussbaumblätter verströmen einen feinen Zitronenduft und ergeben als Tee ein aromatisches Getränk, das an Schwarztee erinnert.

Auf unserem Weg begegneten wir vielen weiteren Wildpflanzen, darunter Knoblauchhederich, Ampfer, Stechender Hohlzahn, Rainkohl, Grosse Klette, Waldziest und Breitwegerich. Besonders interessant waren die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten dieser Pflanzen. Die Blätter des Waldziests können in Öl gebraten und als knusprige Chips genossen werden. Die geschälten Stängel der Grossen Klette lassen sich ähnlich wie Rhabarber verarbeiten und schmecken gekocht überraschend ähnlich wie Artischocken.

Zum Abschluss der Exkursion kehrten wir im Restaurant Mohr in Trimbach ein. Bei Kaffee und Gipfeli konnten wir uns stärken und uns in gemütlicher Runde austauschen.

Die Wildkräuterexkursion war eine rundum gelungene Premiere. Alle Teilnehmenden konnten ihr Wissen über essbare Wildpflanzen erweitern und viele neue Anregungen für die Verwendung heimischer Kräuter mit nach Hause nehmen. Mehrfach wurde der Wunsch geäussert, einen solchen Anlass künftig zu wiederholen. Ein herzliches Dankeschön an Heidi für die spannende und lehrreiche Führung sowie an alle Teilnehmenden für den freundlichen Austausch und das grosse Interesse.

Nistkastenbau 2026

Das Nistkastenbauen konnte am 6. Juni 2026 in kleinem Rahmen in der Vogelhütte durchgeführt werden. Mit viel Engagement entstand ein neuer Nistkasten, der künftig unseren heimischen Vögeln als Brutstätte dienen wird. Herzlichen Dank für die Teilnahme!

Konzentriert und mit viel Freude beim Bau eines Nistkastens für unsere heimischen Vögel. Fotos: Gerold Senn

Frühlingsexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Trimbach

Die Exkursionsgruppe unterwegs bei bestem Frühlingswetter. Foto: Cristina Sanchis Grob

Bei trockenem und schönem Frühlingswetter, wenn auch noch etwas kühl am Morgen, fand am 17. Mai 2026 unsere Frühlings­exkursion statt. Insgesamt zehn Personen nahmen an der abwechslungsreichen Morgenwanderung teil.

Um 7 Uhr versammelte sich die Gruppe beim Mühlematt in Trimbach. Dort konnten wir bereits zu Beginn eine Kolonie Mauersegler beobachten, die unermüdlich am Himmel ihre Runden drehten. Die ersten Tiere sind bereits Ende April aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Schon auf den ersten Metern begleiteten uns zahlreiche Vogelstimmen. Gehört oder beobachtet wurden unter anderem Amsel, Girlitz, Star, Elster, Grünfink, Mönchsgrasmücke, Haussperling, Rabenkrähe und Türkentaube. Besonders auffällig war die Mönchsgrasmücke, die praktisch überall zu hören war. Unser Vereinspräsident erklärte zudem, dass mittlerweile nicht mehr der Buchfink die häufigste Brutvogelart der Schweiz ist, sondern inzwischen von der Mönchsgrasmücke überholt wurde.

Auf dem Weg Richtung Mühlehof bot sich uns ein besonderes Highlight: Ein Schwarzmilan zog in geringer Höhe elegant über uns hinweg und konnte ausgiebig bestaunt werden. Ebenfalls konnten wir Dohlen, Stieglitz, Rauchschwalbe, Grünspecht und Ringeltaube beobachten oder hören.

Im Waldstück Richtung Schoneflüeli änderte sich die Geräuschkulisse erneut. Dort begegneten uns Kohlmeise, Buntspecht, Rotkehlchen, Zilpzalp, Schwarzspecht, Kleiber sowie wiederum die Amsel. Beim Aussichtspunkt genossen wir die schöne Fernsicht in Richtung Alpen und verweilten einen Moment in der ruhigen Frühlingslandschaft. Zum gemütlichen Abschluss führte uns der Weg zum Restaurant Isebähnli, wo wir uns bei Kaffee und Gipfeli stärken konnten. Es war einmal mehr eine gelungene und schöne Exkursion in guter Gesellschaft mit vielen spannenden Naturbeobachtungen.

Beim Aussichtspunkt genossen wir den Blick auf die Alpenkette. Foto: Cristina Sanchis Grob

Vogelexkursion des Trimbacher Natur- und Vogelschutzvereins nach Champ-Pittet

Bild: Pascal Jäggi

Am Samstag, 7. März 2026, traf sich unsere kleine Gruppe um 8:00 Uhr beim Parkplatz des Pro Natura Zentrums Champ-Pittet zur Vogelexkursion. Das Wetter zeigte sich sonnig und trocken, am frühen Morgen allerdings noch recht frisch. Insgesamt waren wir zu viert unterwegs – und trotz der kleinen Gruppe hatten wir einen sehr schönen und lustigen Morgen zusammen.

Bereits im Wald konnten wir zahlreiche Singvögel hören. Besonders auffällig waren unter anderem die Singdrossel, das Sommergoldhähnchen und der Grünspecht. Auch der Zilpzalp war gut zu hören – ein schönes Zeichen dafür, dass er bereits aus seinem Winterquartier zurückgekehrt ist.

Vom Aussichtsturm aus beobachteten wir am Wasser mehrere interessante Arten. So konnten wir einige Rohrammern entdecken, während aus dem Röhricht die Wasserralle zu hören war. Auf dem Wasser selbst schwammen unter anderem Blässhühner, Höckerschwäne, Zwergtaucher und eine Nilgans.

Auf dem Rückweg entdeckten wir zusätzlich noch einen Buntspecht sowie einen Erlenzeisig. Ausserdem hörten wir noch den Gesang der Mönchsgrasmücke. Insgesamt war es ein eher ruhiger Morgen, doch konnten wir trotzdem einige schöne Vogelarten hören und beobachten. Wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen und freuen uns bereits auf die nächste Exkursion.

Text: Cristina Sanchis Grob

Bild: Pascal Jäggi

Jahresendbummel des Natur- und Vogelschutzvereins Trimbach (NVVT)

Die Teilnehmenden des Jahresendbummels auf der sonnigen Wanderung bei Wisen.
Foto: Cristina Sanchis Grob

Unser traditioneller Jahresendbummel führte uns am 20. Dezember 2025 mit einem ganz besonderen Gefährt von Trimbach nach Wisen: dem liebevoll geschmückten Weihnachtsbus. Je höher wir fuhren, desto heller wurde es – und bei der Haltestelle Sonne in Wisen machte der Name seinem Ruf alle Ehre: Über dem Nebel erwartete uns strahlender Sonnenschein, fast wie ein freundlicher Empfang zum Start unseres Jahresendbummels.

Bei herrlichem Wetter genossen wir die rund eineinhalbstündige Wanderung zum Zwillmatthof. Die 18 Teilnehmenden erlebten dabei einen regen Austausch, gute Gespräche und ein wunderbares Zusammensein. Im Zwillmatthof wurden wir mit einem feinen Mittagessen verwöhnt. Ein besonderes Highlight war das Dessert, das von Ursula Langenegger und Silvia Senn mit viel Liebe zubereitet wurde – einfach sensationell.

Nach einem kurzen Spaziergang in Richtung Bushaltestelle Kirche brachte uns derselbe festlich geschmückte Weihnachtsbus wieder zurück nach Trimbach – passend und stimmungsvoll bis zum Schluss. Dieser Jahresendbummel unseres Natur- und Vogelschutzvereins ist rundum gelungen und bleibt uns allen in bester Erinnerung. Ein herzliches Dankeschön an Bruno Hirsbrunner für die hervorragende Organisation dieses unvergesslichen Tages!

Impressionen vom Nistkastenbau 2025

Am Samstag, 25. Oktober 2025, trafen sich sieben engagierte Vereinsmitglieder in Winznau, um Nistkästen zu bauen. Mehrere Exemplare konnten zusammengesetzt und fertiggestellt werden. Mit den neu angefertigten Nistkästen können bei der anstehenden Nistkastenreinigung im November 2025 defekte Nisthilfen ersetzt werden.

Cristina Sanchis Grob

Herbstexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Trimbach (NVVT) in die Verenaschlucht

Am Sonntag, 21.09.2025, führte uns die jährliche Herbstexkursion in die Verenaschlucht bei Solothurn. Acht Teilnehmende genossen das warme, trockene Herbstwetter und entdeckten unterwegs eine schöne Vielfalt an Vögeln. Bereits beim Parkplatz zeigten sich Schwanzmeisen und Stare. Auf dem Weg Richtung Schlucht haben wir den Gartenbaumläufer, das Rotkehlchen, Rabenkrähe, der Zilpzalp, Blaumeisen, Kohlmeisen, Amsel, Haussperling und Sumpfmeisen gesehen bzw. gehört. Besonders auffällig war eine vorbeifliegende Saatkrähe, deren heiserer und längerer Ruf sich klar von dem der Rabenkrähe unterscheidet.

In der Schlucht und im angrenzenden Wald waren zudem Zaunkönig, Grün- und Schwarzspecht, Kleiber, Tannen- und Haubenmeise sowie Misteldrossel und Eichelhäher zu hören. Zum Abschluss der Exkursion liessen sich noch ein Mäusebussard und ein Rotmilan blicken.

Insgesamt konnten wir 26 Vogelarten beobachten oder hören. Gerade im Herbst ist dies keine Selbstverständlichkeit, da viele Arten bereits auf dem Zug sind oder weniger aktiv singen. Umso mehr wurde uns bewusst, dass die Natur bei jeder Exkursion neue Überraschungen bereithält und die Beobachtung nie aufhört, spannend zu sein.

Den gelungenen Ausflug liessen wir gemütlich bei einem Kaffee im Restaurant Pintli ausklingen.